Rund 1.320 Euro netto pro Einsatztag kostet ein Interim Manager im Schnitt, so die DDIM-Blitzumfrage vom August 2026. Ein Suchhonorar wie bei einer Personalberatung fällt nicht an. Sie zahlen jeden Tag, an dem der Interim Manager für Sie arbeitet. Was am Ende auf der Rechnung steht, hängt an vier Größen: Tagessatz, Einsatztage pro Monat, Laufzeit und Nebenkosten.
Anders als bei vielen HR-Dienstleistungen gibt es hier belastbare Zahlen. Die Dachgesellschaft Deutsches Interim Management (DDIM) und die Association of Interim Management Professionals (AIMP) befragen jedes Jahr Interim Manager, Provider und Kunden. Ihre Durchschnittswerte liegen seit Jahren nah beieinander. Was Interim Manager leisten und wann sie sich eignen, erklärt die Übersicht Interim Management.
Tagessatz: rund 1.300 Euro im Schnitt
Der Durchschnitt liegt bei rund 1.300 Euro netto pro Tag. Die DDIM hatte in ihrer Marktstudie vom Februar 2026 einen Durchschnitt von 1.317 Euro für 2026 prognostiziert. Die Blitzumfrage unter DDIM-Mitgliedern Ende August 2026 kam auf 1.320 Euro. Die AIMP ermittelte für Deutschland 1.338 Euro, bezogen auf 2024 und als Kunden-Tagessatz inklusive Provider-Marge, ohne Reisekosten.
Die DDIM selbst nennt für professionelles Interim Management durchschnittliche Tagessätze zwischen 1.200 und 1.400 Euro. Die Höhe hängt laut Verband von Erfahrung und Kompetenz des Managers und vom Stellenwert der Aufgabe ab.
| Durchschnitt laut DDIM | 1.200–1.400 €, Ø 1.320 |
|---|---|
| Senior-Projektmanagement | 1.000–1.500 € |
| CFO, Finanzen | 1.500–2.200 € |
| CEO, Geschäftsführung | 1.800–2.500 € |
Quelle: DDIM, DDIM-Blitzumfrage 08/2026 (Ø), interimmanagerportal.de (Funktionen)
Wie breit die Spanne ist, zeigt die Selbstauskunft der Interim Manager in der AIMP-Studie (489 Antworten, Mandate ab drei Monaten, netto ohne Reisekosten):
| Durchschnittlicher Tagessatz 2024 | Anteil der Interim Manager |
|---|---|
| unter 750 € | 1 % |
| 750 bis 999 € | 14 % |
| 1.000 bis 1.249 € | 38 % |
| 1.250 bis 1.499 € | 28 % |
| 1.500 bis 1.999 € | 15 % |
| 2.000 € und mehr | 4 % |
Rund zwei Drittel der Befragten rechneten also zwischen 1.000 und 1.499 Euro ab.
Tagessätze nach Funktion: von 1.000 bis 2.500 Euro
Je höher die Ebene und je größer die Ergebnisverantwortung, desto höher der Satz. Die Verbandsstudien veröffentlichen in ihren frei zugänglichen Ergebnissen keine Aufschlüsselung nach Funktion. Das Portal interimmanagerportal.de nennt die folgenden Spannen und beruft sich dabei auf DDIM-Daten. Mehr als eine grobe Orientierung sind diese Werte nicht:
| Funktion | Spanne pro Tag (Orientierung) |
|---|---|
| CEO, Geschäftsführung | 1.800 bis 2.500 € |
| CFO, Finanzen | 1.500 bis 2.200 € |
| Change, Restrukturierung | 1.400 bis 2.200 € |
| COO, Operations | 1.400 bis 2.000 € |
| CTO, IT | 1.400 bis 2.000 € |
| CHRO, Personal | 1.300 bis 1.800 € |
| Senior-Projektmanagement | 1.000 bis 1.500 € |
Zur Einordnung der Ebenen: Laut AIMP entfallen 29 Prozent der Mandate auf die erste und 35 Prozent auf die zweite Führungsebene. Eine verbreitete Faustregel aus Anbieterangaben setzt den Tagessatz bei etwa einem Prozent des Jahreszielgehalts einer vergleichbaren Festanstellung an. Sie ersetzt keinen Angebotsvergleich, hilft aber bei der ersten Budgetschätzung.
Warum der Tagessatz über einem Gehalt liegt: 134 fakturierte Tage
Der Interim Manager trägt das Auslastungsrisiko, und Leerzeiten bezahlt ihm niemand. Wer den Tagessatz mit einem Monatsgehalt vergleicht, übersieht das. Laut AIMP-Studie 2025 fakturierten Interim Manager 2024 im Schnitt nur 134 Tage. Für die Gruppe mit mindestens 75 fakturierten Tagen ergab sich ein durchschnittlicher Nettojahresumsatz von 213.342 Euro, aus dem Altersvorsorge, Krankenversicherung, Akquise, Weiterbildung und Ausfallzeiten bezahlt werden.
Für Sie als Auftraggeber entfallen dafür Kosten, die bei einer Festanstellung anfallen würden: Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Urlaubs- und Krankheitstage, Kündigungsfristen und Abfindungsrisiken. Sie zahlen nur vereinbarte Einsatztage, und das Mandat endet ohne Kündigungsschutzverfahren zum vereinbarten Termin. Ob Interim günstiger oder teurer ist als eine Festbesetzung, hängt deshalb stark von Laufzeit und Einsatzintensität ab.
Provider-Marge: 25 bis 35 Prozent, im Tagessatz enthalten
Ein Provider erhält laut DDIM in der Regel 25 bis 35 Prozent des vereinbarten Tagessatzes. Diese Marge ist im Kunden-Tagessatz enthalten. Bei 1.320 Euro gehen also etwa 330 bis 460 Euro an den Provider und der Rest an den Interim Manager.
Für die Marge bekommen Sie in der Regel:
- Vorauswahl aus einem Pool geprüfter Interim Manager
- Referenzprüfung und Gespräche mit dem Manager vor der Vorstellung
- Vertragsrahmen und Abrechnung über den Provider
- Begleitung während des Mandats und Ersatz, falls der Manager ausfällt (vertraglich zu regeln)
Die DDIM weist darauf hin, dass einige Provider schon für die Vorstellung von Kandidaten ein Honorar berechnen. Fragen Sie danach, bevor Sie Profile anfordern. Wie häufig Provider eingesetzt werden, ist je nach Studie unterschiedlich: Im DDIM-Report 2025 wurden rund 60 Prozent der Mandate direkt akquiriert, in der AIMP-Studie 2025 gaben 54 Prozent der Kunden an, über einen Provider beauftragt zu haben.
Laufzeit: im Median neun Monate
Die meisten Mandate laufen sechs bis zwölf Monate. In der DDIM-Blitzumfrage vom August 2026 lag die geplante Laufzeit im Schnitt bei 10,3 Monaten, der Median bei neun Monaten. Rund 40,5 Prozent der laufenden Mandate waren auf höchstens sechs Monate angelegt. Im DDIM-Report 2025 dauerten 63 Prozent der Mandate drei bis zwölf Monate und 30,2 Prozent länger als ein Jahr.
| geplante Laufzeit im Schnitt | 10,3 Monate |
|---|---|
| Median | 9 Monate |
| auf höchstens sechs Monate angelegt | 40,5 % |
Quelle: DDIM-Blitzumfrage August 2026
Kalkulieren Sie mit Verlängerungen. Ein auf sechs Monate geplantes Mandat läuft schnell länger, wenn die Nachfolge noch nicht steht oder neue Themen dazukommen. Wir würden deshalb von Anfang an eine Verlängerung im Budget vorsehen, weil fast ein Drittel der Mandate im DDIM-Report 2025 länger als ein Jahr dauerte.
Fünf Nebenkosten-Regeln für den Vertrag
Zum Tagessatz kommen vor allem Reise- und Übernachtungskosten, weil Interim Manager oft nicht am Einsatzort wohnen. Halten Sie im Vertrag fest:
| Punkt | Übliche Regelung |
|---|---|
| Reisekosten | nach Beleg oder als Pauschale pro Woche |
| Unterkunft | Hotel, Apartment oder Pauschale bei längeren Mandaten |
| Reisezeit | ob An- und Abreise als Arbeitszeit abgerechnet wird |
| Erfolgskomponente | laut DDIM zunehmend verbreitet, meist an Umsatz- oder Ergebnisziele gekoppelt |
| Umsatzsteuer | kommt hinzu, Tagessätze sind Nettobeträge |
Interne Kosten wie Büro, Laptop und Zugänge stellen Sie in der Regel selbst. Achten Sie dabei auf die Grenze zur Scheinselbstständigkeit, siehe Interim Management und Scheinselbstständigkeit.
Beispielrechnung: Interim-CFO für neun Monate
Annahme: Ein mittelständisches Unternehmen braucht nach dem Ausscheiden der Finanzleitung einen Interim-CFO über einen Provider. Tagessatz 1.700 Euro (innerhalb der Orientierungsspanne für CFO-Mandate), 18 Einsatztage pro Monat, Laufzeit neun Monate, Reisekosten pauschal 1.200 Euro im Monat.
| Posten | Berechnung | Betrag netto |
|---|---|---|
| Honorar pro Monat | 1.700 € × 18 Tage | 30.600 € |
| Honorar gesamt | 30.600 € × 9 Monate | 275.400 € |
| Reisekosten gesamt | 1.200 € × 9 Monate | 10.800 € |
| Summe netto | 286.200 € | |
| davon Provider-Anteil bei 25 bis 35 % | vom Honorar | 68.850 bis 96.390 € |
| Summe netto inkl. Reisekosten | 286.200 € |
|---|---|
| davon Provider-Anteil (25–35 %) | 68.850–96.390 € |
| Honorar beim Ø-Satz von 1.320 € | 213.840 € |
Quelle: Modellrechnung dieser Seite
Mit dem Durchschnittssatz von 1.320 Euro und sonst gleichen Annahmen läge das Honorar bei 213.840 Euro netto. Die Reisekostenpauschale ist eine Annahme für das Beispiel.
Zur Einordnung: Eine dauerhafte Besetzung derselben Position über eine Personalberatung kostet einmalig ein Honorar von im Schnitt 27,5 Prozent des Zieleinkommens, siehe Executive Search Kosten. Beides lässt sich kombinieren. Ein Interim Manager hält die Position, während die Suche nach der Festbesetzung läuft.
Fünf Wege, die Kosten zu steuern
Das meiste Geld sparen Sie mit einem klaren Mandat und einer festen Laufzeit mit Meilensteinen.
- Legen Sie Ziel und Ende fest. Woran erkennen Sie, dass das Mandat erfüllt ist?
- Bestimmen Sie die Tage pro Woche. Nicht jede Aufgabe braucht fünf Tage, Teilzeitmandate sind verbreitet.
- Vereinbaren Sie lieber eine kurze Erstlaufzeit mit Verlängerungsoption, etwa drei Monate fest und danach monatlich verlängerbar.
- Vergleichen Sie Provider-Konditionen: Marge, Vorstellungshonorar, Ersatzregel.
- Deckeln Sie die Nebenkosten mit einer Pauschale oder Obergrenze für Reise und Unterkunft.
Wie Sie Kandidaten prüfen und das Mandat sauber starten, beschreibt der Ratgeber Interim Manager auswählen und onboarden.
Zum Merken
Budgetieren Sie ein Interim-Mandat als Tagessatz mal Einsatztage mal Laufzeit, plus Reisekosten, und planen Sie eine Verlängerung von Anfang an ein.
Nächste Schritte
- Legen Sie Tagessatzrahmen, Laufzeit und Tage pro Woche intern fest, bevor Sie Angebote einholen.
- Fordern Sie von zwei bis drei Providern Profile mit identischen Eckdaten an, damit die Sätze vergleichbar sind.
- Über Anbieter finden können Sie Ihr Mandat beschreiben und passende Provider vorschlagen lassen.
Häufige Fragen
Ist der Tagessatz ein Netto- oder Bruttobetrag?
Tagessätze werden netto angegeben, also ohne Umsatzsteuer und in der Regel ohne Reise- und Übernachtungskosten. Klären Sie im Vertrag, ob Reisezeit als Arbeitszeit gilt.
Zahle ich bei einem Provider mehr?
Der Kunden-Tagessatz enthält die Provider-Marge. Laut DDIM erhält der Provider in der Regel 25 bis 35 Prozent des vereinbarten Tagessatzes; dafür übernimmt er Vorauswahl, Prüfung und Vertragsrahmen.
Wie viele Tage pro Monat arbeitet ein Interim Manager?
Das wird im Vertrag vereinbart. Für Vollzeitmandate rechnen Kalkulationsbeispiele häufig mit rund 18 Einsatztagen pro Monat. In der DDIM-Blitzumfrage 2026 arbeiteten 16,4 Prozent der Befragten in Teilzeitmandaten.
Gibt es Erfolgshonorare im Interim Management?
Ja, zunehmend. Die DDIM berichtet, dass immer häufiger erfolgsabhängige Komponenten vereinbart werden, meist gekoppelt an Umsatz- oder Ergebnisziele.
Wie lange dauert ein Interim-Mandat?
Die geplante Laufzeit lag in der DDIM-Blitzumfrage vom August 2026 im Schnitt bei 10,3 Monaten, der Median bei neun Monaten. Rund 40 Prozent der Mandate waren auf höchstens sechs Monate angelegt.
Quellen
- DDIM: Blitzumfrage August 2026 (23.09.2026)
- DDIM: Marktstudie 2026 (20.02.2026)
- DDIM: Honorare im Interim Management
- DDIM: Interim Management Report 2025
- AIMP-Marktstudie DACH 2024/25 (PDF)
- interimmanagerportal.de: Interim Management Markt 2026 (Tagessätze nach Funktion)
- Münker & Partner: Was kostet ein Interim Manager? (Anbieterangabe)
So zitieren Sie diesen Beitrag
Max Braunleder (2026): Interim Manager Kosten 2026: Tagessätze, Provider-Marge, Laufzeit. peoplepleaser, Stand 05. Oktober 2026. https://peoplepleaser.io/interim-management/kosten/