Im Schnitt 27,5 Prozent des Zieleinkommens kostete eine Executive-Search-Suche 2024 laut BDU, bei einer Position mit 180.000 Euro also rund 50.000 Euro. Dafür sucht eine Personalberatung für Führungs- und Schlüsselpositionen geeignete Personen heraus und spricht sie direkt an.
Umgangssprachlich heißt das „Headhunter“. Die meisten Kandidaten, um die es geht, suchen gar nicht aktiv. Auf Stellenanzeigen reagieren sie nicht. Für ein gut begründetes Angebot sind sie trotzdem offen.
Groß ist der Markt nicht. Laut dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) setzten Personalberatungen in Deutschland 2025 rund 2,7 Milliarden Euro um, 4,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2026 erwartet die Branche 2,77 Milliarden Euro. Am Markt waren 1.975 Beratungen mit rund 14.225 Beschäftigten tätig. 79 Prozent des Umsatzes entfallen auf Executive Search.
| Umsatz 2025 | rund 2,7 Mrd. € |
|---|---|
| Personalberatungen | 1.975 |
| Beschäftigte | rund 14.225 |
| des Umsatzes mit Executive Search | 79 % |
Quelle: BDU 2026
Was eine Executive-Search-Beratung macht: sechs Schritte nach GoPB
Die Beratung übernimmt die ganze Suche, von der Klärung des Profils bis zur Vertragsunterschrift. Die Grundsätze des BDU für Personalberatungen (GoPB) beschreiben den Ablauf in sechs Schritten.
| 1. Auftragsklärung | Profil, Markt, Kultur, Vergütung |
|---|---|
| 2. Methode und Honorar | schriftlich festgelegt |
| 3. Research und Ansprache | Zielunternehmen, vertrauliche Direktansprache |
| 4. Auswahl | Interviews, ggf. Testverfahren |
| 5. Bericht und Shortlist | Einschätzung zu jedem Kandidaten |
| 6. Referenzen und Abschluss | Verhandlung und Onboarding |
- Zuerst klären Sie gemeinsam Stellenbeschreibung, Anforderungsprofil, Marktlage, Unternehmenskultur und Vergütungsrahmen. Sie benennen auch Unternehmen, in denen nicht angesprochen werden darf.
- Sie erhalten schriftlich, wie gesucht wird (Direktansprache, Datenbank- und Social-Media-Recherche, Anzeige, digitale Werkzeuge) und wie das Honorar gestaltet ist.
- Die Beratung recherchiert Zielunternehmen und Personen und spricht sie vertraulich an.
- Es folgt die Auswahl mit Interviews, bei Bedarf Testverfahren und einer Plausibilitätsprüfung der Unterlagen.
- Über empfohlene Kandidaten bekommen Sie vertrauliche Berichte mit einer Einschätzung, wie weit sie das Profil erfüllen.
- Referenzen holt die Beratung nur mit Zustimmung der Kandidaten ein. Sie begleitet dann Verhandlung und Onboarding.
Wie Sie diesen Prozess als Auftraggeber steuern, beschreibt der Ratgeber Executive-Search-Mandat: Briefing, Longlist, Steuerung.
Was Executive Search kostet: Honorar in Prozent vom Zieleinkommen
Das Honorar richtet sich meist nach dem Zieleinkommen der Position. Laut BDU lag es 2024 im Schnitt bei 27,5 Prozent des Zieleinkommens, nach 28 Prozent im Jahr davor. Die Grundsätze des Verbands sehen vor, dass das Honorar nach Leistungs- oder Zeitfortschritt anteilig berechnet wird. Eine erste Rate wird mit der Auftragserteilung fällig. Bei einem Zieleinkommen von 180.000 Euro landen Sie also bei rund 50.000 Euro Honorar, zuzüglich Nebenkosten und Umsatzsteuer.
Alle Honorarmodelle, Pauschalen und eine Beispielrechnung finden Sie auf der Seite Executive Search Kosten. Wann sich ein Retainer gegenüber einem reinen Erfolgshonorar rechnet, vergleicht der Ratgeber Retainer vs. Erfolgshonorar.
Wann sich Executive Search lohnt und wann Personalvermittlung passt
Executive Search lohnt sich, wenn die Position selten, vertraulich oder strategisch bedeutsam ist und der Kandidatenmarkt nicht auf Anzeigen reagiert. Typische Fälle:
- Geschäftsführung, Vorstand, Bereichsleitung, Beirats- oder Aufsichtsratsmandate
- Nachfolge, bei der die amtierende Person noch im Unternehmen ist
- Spezialisten mit kleiner Zielgruppe, etwa in Nischentechnologien
- Neubesetzung nach einer Trennung, die nicht öffentlich werden soll
Der BDU beschreibt den Schwerpunkt der Mandate im Gehaltsband von 100.000 bis 250.000 Euro. Positionen unter 100.000 Euro spielen nur eine geringe Rolle. Wir würden für Fachkräfte und das mittlere Management deshalb zuerst eine Personalvermittlung prüfen, weil dort meist erst bei Erfolg gezahlt wird.
| Kriterium | Executive Search | Personalvermittlung |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Führungs- und Schlüsselpositionen | Fach- und Führungskräfte, oft operativ |
| Suchweg | überwiegend Direktansprache | Bewerberpool, Anzeigen, Direktansprache |
| Auftrag | Exklusivauftrag | oft parallel mehrere Vermittler |
| Honorar | in Raten nach Fortschritt (Retainer) | meist nur bei Erfolg |
| Diskretion | hoch, Unternehmen oft anonym | variiert |
Woran Sie eine seriöse Personalberatung erkennen: sechs Prüfpunkte
Eine seriöse Beratung klärt Profil, Markt und Honorar schriftlich, bevor sie sucht, und sagt Ihnen offen, wenn Anforderungen unrealistisch sind. Die GoPB verpflichten BDU-Mitglieder ausdrücklich dazu, auf unrealistische Anforderungen hinzuweisen und keine Mandate anzunehmen, deren Erfolg unwahrscheinlich ist.
Fragen Sie im Erstgespräch nach diesen sechs Punkten:
- Welche vergleichbaren Positionen hat die Beratung in den letzten zwei Jahren besetzt? Lassen Sie sich Beispiele ohne Namen nennen.
- Führt der Partner aus dem Erstgespräch das Mandat selbst, oder geht es an Research-Mitarbeiter?
- Aus welchen Unternehmen darf die Beratung wegen Klientenschutz für andere Kunden nicht abwerben? Je größer die Beratung, desto länger kann diese Off-limits-Liste sein.
- Wie entsteht die Longlist, wie oft berichtet die Beratung, und welche Diagnostik setzt sie ein?
- Was sieht der Vertragsentwurf zu Ratenplan, Nebenkosten, Abbruch, Nachbesetzung und Klientenschutz vor?
- Welche KI-Werkzeuge nutzt die Beratung, und wer bewertet die Ergebnisse? Die überarbeiteten GoPB von 2025 enthalten dazu Regeln, ebenso zum Datenschutz.
Sechs übliche Vertragspunkte
Die GoPB nennen mehrere Punkte, die Sie im Vertrag wiederfinden sollten.
| Vertragspunkt | Was die GoPB vorsehen |
|---|---|
| Exklusivauftrag | BDU-Beratungen arbeiten grundsätzlich exklusiv, damit niemand doppelt angesprochen wird |
| Honoraranpassung | ändert sich das Suchprofil wesentlich, wird das Honorar angepasst |
| Abbruch | bricht das Unternehmen ab, ist der noch nicht abgerechnete Aufwand zu vergüten |
| Mehrfacheinstellung | stellen Sie mehr als einen Kandidaten aus der Suche ein, sind auch diese Einstellungen in der Regel honorarpflichtig |
| Klientenschutz | platzierte Personen werden später nicht wieder abgeworben, je nach vereinbartem Umfang |
| Nachbesetzung | verlässt die Person das Unternehmen in der Probezeit, sucht die Beratung erneut. Ausgenommen sind etwa Wegfall der Stelle, Führungswechsel oder Insolvenz |
Wie lange eine Suche dauert: drei bis vier Monate plus Kündigungsfrist
Planen Sie mit drei bis vier Monaten bis zur Vertragsunterschrift. Eine BDU-Studie von 2022 nannte im Schnitt 12,2 Wochen bis zur Besetzung, damals sprachen Beratungen pro Auftrag rund 110 Personen an. Neuere Zahlen zur Suchdauer finden sich in den frei zugänglichen BDU-Veröffentlichungen nicht. Dazu kommt die Kündigungsfrist der neuen Führungskraft. Je nach Vertrag sind das mehrere Monate.
| Honorar vom Zieleinkommen (2024) | Ø 27,5 % |
|---|---|
| bis zur Besetzung (2022) | 12,2 Wochen |
| angesprochene Personen pro Auftrag (2022) | rund 110 |
Quelle: BDU (Honorar 2024, Studie 2022)
Ist die Position akut verwaist, kann ein Interim Manager die Lücke bis zum Antritt schließen. Mehr dazu im Bereich Interim Management.
Zum Merken
Rechnen Sie das Honorar vorab auf das Zieleinkommen um und lassen Sie Ratenplan, Abbruch und Nachbesetzung schriftlich regeln.
Nächste Schritte
- Klären Sie intern Zieleinkommen, Entscheidergremium und Zeitplan, bevor Sie Beratungen ansprechen.
- Führen Sie mit zwei bis drei Beratungen Erstgespräche und vergleichen Sie Methodik, Team und Vertragsentwurf.
- Wenn Sie Unterstützung bei der Vorauswahl möchten: Über Anbieter finden beschreiben Sie Ihren Bedarf, wir nennen Ihnen passende Beratungen.
Anbieter im Überblick: Executive Search
Unabhängige Analysen mit Bewertungen von Drittportalen, alphabetisch sortiert.
Best Practices: Executive Search
Recht: was sich für Executive Search ändert
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Executive Search und Personalvermittlung?
Executive Search arbeitet im Exklusivauftrag, spricht Kandidaten aktiv an und wird in Raten nach Projektfortschritt bezahlt. Personalvermittlung stellt meist Bewerber aus dem eigenen Pool vor und rechnet erst bei erfolgreicher Einstellung ab.
Ab welchem Gehalt lohnt sich Executive Search?
Der BDU sieht den Schwerpunkt der Mandate bei Positionen mit 100.000 bis 250.000 Euro Jahresgehalt; unter 100.000 Euro spielen Mandate nur eine geringe Rolle. Darunter ist eine Personalvermittlung oft wirtschaftlicher.
Wie lange dauert eine Executive-Search-Suche?
Eine BDU-Erhebung von 2022 nannte im Schnitt 12,2 Wochen bis zur Besetzung. Rechnen Sie bei Führungspositionen mit Kündigungsfrist zusätzlich mehrere Monate bis zum Arbeitsantritt.
Darf ich mehrere Personalberatungen parallel beauftragen?
BDU-Mitglieder arbeiten laut ihren Grundsätzen grundsätzlich im Exklusivauftrag. Parallele Mandate führen zu Doppelansprachen derselben Kandidaten und schaden dem Ruf des Unternehmens im Markt.
Was passiert, wenn die neue Führungskraft in der Probezeit geht?
Üblich ist eine Nachbesetzungszusage, wenn die Person in der Probezeit ausscheidet. Ausgenommen sind Fälle, die der Berater nicht verantwortet, etwa der Wegfall der Stelle.
Quellen
- BDU: Vorsichtige Trendwende im Personalberatungsmarkt (17.04.2026)
- BDU: Personalberatungsbranche prognostiziert 2,78 Mrd. Euro in 2025 (27.08.2025)
- BDU: Grundsätze ordnungsgemäßer und qualifizierter Personalberatung (GoPB)
- consulting.de: BDU veröffentlicht überarbeitete Leitlinie für Personalberatungen (26.03.2025)
- Haufe: Personalberater so gefragt wie nie (BDU-Studie 2022)
So zitieren Sie diesen Beitrag
Max Braunleder (2026): Executive Search: Ablauf, Kosten und Auswahl einer Personalberatung. peoplepleaser, Stand 05. Oktober 2026. https://peoplepleaser.io/executive-search/