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HR-Software Kosten 2026: Preise pro Mitarbeiter und Monat

Von Max Braunleder · Aktualisiert am

Quelle: Listenpreise der Anbieter (02.10.2026), Modellrechnung dieser Seite

4 bis 12 Euro pro Nutzer und Monat kostet ein HR-Software-Modul laut öffentlichen Listenpreisen. Am Ende zahlen Sie fast immer mehr. Lizenzen werden je Modul berechnet, dazu kommen Grundgebühren, Mindestnutzerzahlen, auslaufende Aktionspreise und einmalige Projektkosten. Wie sich das summiert, zeigt die Beispielrechnung weiter unten.

Alle Preise sind Nettopreise aus öffentlich einsehbaren Preisseiten, abgerufen am 2. Oktober 2026. Sie dienen der Orientierung und sind keine Empfehlung für einen Anbieter. Preise ändern sich. Prüfen Sie vor einer Entscheidung das aktuelle Angebot.

Listenpreise pro Mitarbeiter und Monat: vier Anbieter im Vergleich

Öffentliche Listenpreise liegen je Modul meist bei 4 bis 12 Euro pro Nutzer und Monat. Die Tabelle zeigt, was vier Anbieter veröffentlichen. Mehr als eine Stichprobe ist das nicht.

AnbieterKategorieVeröffentlichter Preis (netto)Besonderheiten
ClockodoZeiterfassungBasic 4 €, Pro 10 €, Pro Plus 12 € pro Nutzer und MonatPro und Pro Plus zeitweise rabattiert (8 € bzw. 10 €) für 12 Monate, danach regulärer Preis
PapershiftZeiterfassung und DienstplanungCore 64 €, Premium 96 €, Professional 144 € pro Monat bei 16 Mitarbeitenden (rechnerisch 4 €, 6 € und 9 € je Person)zzgl. 39 € Grundgebühr pro Monat, 10 % Rabatt bei Jahreszahlung
FactorialAll-in-Oneab 8 € pro Nutzer und MonatPakete und Module nur im individuellen Angebot
HRworksAll-in-Onekeine Preise veröffentlichtmindestens 20 Nutzer werden berechnet

Zwei Muster fallen auf. Spezialtools für einen Prozess wie die Zeiterfassung beginnen im niedrigen einstelligen Bereich. All-in-One-Suiten veröffentlichen eher Einstiegspreise oder gar keine Preise und kalkulieren im Angebot nach Modulen und Unternehmensgröße.

Vier Preismodelle und was sie für kleine Betriebe bedeuten

Die meisten Anbieter nutzen eines von vier Modellen, oft auch eine Mischung.

ModellSo wird gerechnetWorauf Sie achten
Preis pro Nutzer und Monatder häufigste Fall, jeder Beschäftigte mit Zugang zähltwer als Nutzer gilt
Pakete nach MitarbeiterzahlFestpreis je Größenstufe, etwa bei PapershiftSprung in die nächste Stufe, wenn Sie wachsen
Grundgebühr plus Nutzerpreisfeste Monatsgebühr für Support oder Plattformbetrieb, dazu LizenzenGrundgebühr wiegt bei wenigen Nutzern schwer
MindestabnahmeMindestzahl berechneter Nutzer oder MindestlaufzeitSie zahlen auch für Lizenzen, die niemand nutzt

HRworks berechnet zum Beispiel mindestens 20 Nutzer und in den ersten sechs Monaten mindestens die beauftragte Lizenzzahl, egal wie viele Beschäftigte Sie tatsächlich haben.

Für kleine Betriebe sind Grundgebühren und Mindestnutzer besonders relevant. Bei 12 Beschäftigten und 20 berechneten Nutzern zahlen Sie effektiv für 8 Lizenzen, die niemand nutzt.

Welche Module den Preis treiben

Jedes zusätzliche Modul kostet extra. Typische Bausteine:

ModulInhaltKostenhinweis
Kern-HRPersonalakte, Stammdaten, Abwesenheiten, DokumenteBasis fast jeder Suite
ZeiterfassungKommen und Gehen, Pausen, Überstunden, Projektzeitenbei Spezialtools ab 4 € pro Nutzer
Dienst- und SchichtplanungSchichten, Besetzung, Tauschbörsenoft eigenes Paket oder höhere Stufe
RecruitingStellenanzeigen, Bewerbermanagement, Kommunikationhäufig Add-on
Performance und EntwicklungZielvereinbarungen, Feedback, Mitarbeitergesprächehäufig Add-on
LohnabrechnungEntgeltabrechnung und Meldungeneigenes Modul oder Schnittstelle zu Steuerberater oder Lohnbüro
Auswertungen und SchnittstellenReports, API, Single Sign-Onoft nur in höheren Paketen

Bei Clockodo ist Single Sign-On zum Beispiel Teil des teuersten Tarifs. Viele IT-Abteilungen bestehen auf solchen Funktionen, und dann kostet plötzlich jede Lizenz den Preis des teuersten Tarifs.

Implementierung: 5.000 bis über 100.000 Euro je nach Größe

Die Implementierung zahlen Sie einmal, und sie fehlt in erstaunlich vielen Kalkulationen. Die HR-Software-Beratung CLEVIS Consult nennt als grobe Orientierung 5.000 bis 15.000 Euro für kleine Unternehmen, 15.000 bis 50.000 Euro für mittlere und 50.000 bis über 100.000 Euro für große. Das sind Richtwerte eines Beratungsunternehmens, keine Erhebung.

GrafikEinmalige Implementierungskosten nach UnternehmensgrößeGrobe Orientierung, bei großen Unternehmen auch über 100.000 €
Einmalige Implementierungskosten nach Unternehmensgröße
Kleine Unternehmen5.000–15.000 €
Mittlere Unternehmen15.000–50.000 €
Große Unternehmen50.000–100.000 €

Quelle: CLEVIS Consult (Richtwerte eines Beratungsunternehmens)

Bezahlt wird dabei vor allem Arbeit an vier Stellen. Zuerst die Einrichtung: Grundkonfiguration, Organisationsstruktur, Rollen und Rechte, Abwesenheitsarten, Arbeitszeitmodelle. Dann die Datenmigration, also Stammdaten, Urlaubskonten und Dokumente aus Tabellen oder dem Altsystem. Drittens die Anpassung, etwa Workflows, Vorlagen und Schnittstellen zur Lohnabrechnung, zur Zeiterfassungshardware oder zum Active Directory. Zuletzt die Schulung von HR, Führungskräften und Beschäftigten.

Manche Anbieter bündeln die Einführung in Support- oder Onboarding-Pakete. Papershift nennt zum Beispiel drei Supportstufen von 39 über 99 bis 399 Euro pro Monat, jeweils mit unterschiedlich intensivem Onboarding.

Dazu kommt Ihre eigene Projektzeit. Sie taucht auf keiner Rechnung auf, bindet aber HR, IT und Führungskräfte über Wochen.

Acht Kostenpositionen, die erst im Vertrag sichtbar werden

Was als „versteckte Kosten“ gilt, steht meist irgendwo im Vertrag. Es fällt nur erst auf, wenn die Rechnung nach einem Jahr steigt. Gehen Sie diese Punkte durch:

  1. Aktionspreise laufen oft nach 12 Monaten aus. Rechnen Sie mit dem regulären Preis.
  2. Grundgebühren für Support oder Plattform kommen jeden Monat dazu.
  3. Mindestnutzer und Mindestlaufzeit: Sie zahlen mehr Lizenzen, als Sie brauchen, oder kommen nicht aus dem Vertrag.
  4. Gibt es eine Funktion wie API-Zugang oder Single Sign-On nur im nächsthöheren Paket, gilt dieses Paket dann für alle Nutzer.
  5. Preisanpassungsklauseln erlauben jährliche Erhöhungen, oft ohne Obergrenze.
  6. Der Datenexport am Vertragsende kann Geld kosten, oder das Format passt nicht zum neuen System.
  7. Muss der Betriebsrat KI-Funktionen beurteilen, gilt die Hinzuziehung eines Sachverständigen nach § 80 Abs. 3 BetrVG als erforderlich. Die Kosten der Betriebsratstätigkeit trägt nach § 40 BetrVG der Arbeitgeber.
  8. HR-Software ersetzt nicht automatisch die Lohnabrechnung. Läuft sie weiter beim Steuerberater, fallen dessen Gebühren zusätzlich an, nach § 34 Abs. 2 StBVV 6 bis 30 Euro je Arbeitnehmer und Monat.

Beispielrechnung: 60 Beschäftigte über drei Jahre

Wie sich Lizenzen und Einführung über drei Jahre summieren, zeigt diese Modellrechnung mit Listenpreisen und den Orientierungswerten von oben. Annahmen: 60 Beschäftigte mit Zugang, ein All-in-One-System mit Kern-HR zum veröffentlichten Einstiegspreis von 8 Euro und ein separates Zeiterfassungstool für 4 bis 10 Euro pro Nutzer, keine Rabatte.

PositionRechnungBetrag netto
Kern-HR, Lizenzen pro Jahr60 × 8 € × 125.760 €
Zeiterfassung, Lizenzen pro Jahr60 × 4–10 € × 122.880–7.200 €
Laufende Kosten pro Jahr8.640–12.960 €
Laufende Kosten über drei Jahre× 325.920–38.880 €
Implementierung einmaligOrientierung für kleine Unternehmen5.000–15.000 €
Gesamtkosten über drei Jahreca. 30.900–53.900 €
GrafikBeispiel: 60 Beschäftigte, drei Jahre
Beispiel: 60 Beschäftigte, drei Jahre
laufende Kosten pro Jahr8.640–12.960 €
Implementierung einmalig5.000–15.000 €
Gesamtkosten über drei Jahreca. 30.900–53.900 €

Quelle: Modellrechnung dieser Seite

Pro Beschäftigten und Monat entspricht das über drei Jahre rund 14 bis 25 Euro, also deutlich mehr als der beworbene Einstiegspreis. Nicht eingerechnet sind interne Projektzeit, Lohnabrechnung und mögliche Kosten für Zeiterfassungsterminals.

GrafikBeworbener Preis vs. tatsächliche Kosten pro KopfNetto pro Nutzer bzw. Beschäftigten und Monat
Beworbener Preis vs. tatsächliche Kosten pro Kopf
Listenpreis je Modul4–12 €
Beispiel inkl. Einführung, 3 Jahre14–25 €

Quelle: Listenpreise der Anbieter (02.10.2026), Modellrechnung dieser Seite

Bei kleiner Belegschaft fällt die Einführung stark ins Gewicht. Je nach Kombination macht die Implementierung im Beispiel zwischen gut einem Zehntel und mehr als einem Drittel der Dreijahreskosten aus. Wer die Software nach drei Jahren wieder wechselt, zahlt diesen Block ein zweites Mal, dazu kommen Migration und Schulung im neuen System. Wir würden HR-Software deshalb auf mindestens die Dauer kalkulieren, die Sie realistisch damit arbeiten wollen. Jedes zusätzliche Jahr verteilt die Einführung auf mehr Monate.

Zum Merken

Rechnen Sie HR-Software über die geplante Nutzungsdauer: Lizenzen zum regulären Preis plus Implementierung, geteilt durch Beschäftigte und Monate.

Fünf Punkte für die Preisverhandlung

Am Listenpreis selbst bewegt sich wenig. Bei Laufzeit, Mindestabnahme und Einführung ist mehr drin:

  1. Fordern Sie ein Angebot auf Basis Ihrer schriftlichen Anforderungsliste an, damit Sie vergleichbare Pakete bekommen.
  2. Lassen Sie den Preis für die gesamte Laufzeit festschreiben oder Erhöhungen deckeln.
  3. Verhandeln Sie Einführungsleistungen als Festpreis statt nach Aufwand.
  4. Vereinbaren Sie den kostenlosen Datenexport in einem gängigen Format bei Vertragsende.
  5. Starten Sie mit den Modulen, die Sie sofort brauchen, und sichern Sie sich Konditionen für spätere Erweiterungen.

Achten Sie beim Vertrag auch auf den Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Mit dem Preis hat er nichts zu tun. Ohne ihn dürfen Sie aber keine personenbezogenen Daten an den Anbieter geben.

Nächste Schritte

Als Nächstes Die Auswahl im Mittelstand in sechs Schritten, von der Anforderungsliste bis zum Vertrag

Häufige Fragen

Warum veröffentlichen viele Anbieter keine Preise?

Die Preise hängen von Mitarbeiterzahl, Modulen und Vertragslaufzeit ab und werden im Vertrieb verhandelt. Für Sie heißt das: Vergleichen Sie Angebote immer auf Basis derselben Anforderungsliste.

Zahle ich pro Mitarbeitenden oder pro Nutzer mit Login?

Das unterscheidet sich je nach Anbieter. Bei Self-Service-Systemen hat meist jeder Beschäftigte einen Zugang, dann sind beide Größen gleich. Prüfen Sie, ob ausgeschiedene oder ruhende Arbeitsverhältnisse mitzählen.

Sind Jahresverträge günstiger?

Häufig ja. Papershift gewährt bei jährlicher Zahlung 10 Prozent Rabatt. Dafür binden Sie sich länger, was bei einer Fehlentscheidung teuer werden kann.

Kostet die Schnittstelle zur Lohnabrechnung extra?

Das ist je nach Anbieter verschieden. Fragen Sie konkret nach dem Export zu Ihrem Lohnsystem oder Steuerberater und ob dafür ein höheres Paket nötig ist.

Kann ich HR-Software vorher testen?

Viele Anbieter bieten kostenlose Testphasen an, Clockodo etwa für alle Tarife. Testen Sie mit eigenen Fällen statt mit Demodaten.

Quellen

  1. Clockodo: Preise (abgerufen 02.10.2026)
  2. Papershift: Preise (abgerufen 02.10.2026)
  3. Factorial: Preise (abgerufen 02.10.2026)
  4. HR WORKS: Preise und Kosten (abgerufen 02.10.2026)
  5. CLEVIS Consult: Implementierungskosten bei HR-Software (abgerufen 02.10.2026)
  6. § 34 StBVV: Lohnbuchführung
  7. § 80 BetrVG: Allgemeine Aufgaben (Sachverständige bei KI)
  8. § 40 BetrVG: Kosten und Sachaufwand des Betriebsrats
  9. DSGVO (Verordnung (EU) 2016/679), EUR-Lex
So zitieren Sie diesen Beitrag

Max Braunleder (2026): HR-Software Kosten 2026: Preise pro Mitarbeiter und Monat. peoplepleaser, Stand 05. Oktober 2026. https://peoplepleaser.io/hr-software/kosten/

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Max Braunleder

Herausgeber von peoplepleaser

Wirtschaftspsychologe und BDVT-zertifizierter Trainer. Arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von People, Führung und Wachstum.

Interessenkonflikt: Max Braunleder arbeitet für die TAM Akademie, einen Anbieter in der Kategorie Weiterbildung & Leadership. Die TAM Akademie wird auf peoplepleaser nicht bevorzugt.