4 bis 12 Euro pro Nutzer und Monat kostet ein HR-Software-Modul laut öffentlichen Listenpreisen. Am Ende zahlen Sie fast immer mehr. Lizenzen werden je Modul berechnet, dazu kommen Grundgebühren, Mindestnutzerzahlen, auslaufende Aktionspreise und einmalige Projektkosten. Wie sich das summiert, zeigt die Beispielrechnung weiter unten.
Alle Preise sind Nettopreise aus öffentlich einsehbaren Preisseiten, abgerufen am 2. Oktober 2026. Sie dienen der Orientierung und sind keine Empfehlung für einen Anbieter. Preise ändern sich. Prüfen Sie vor einer Entscheidung das aktuelle Angebot.
Listenpreise pro Mitarbeiter und Monat: vier Anbieter im Vergleich
Öffentliche Listenpreise liegen je Modul meist bei 4 bis 12 Euro pro Nutzer und Monat. Die Tabelle zeigt, was vier Anbieter veröffentlichen. Mehr als eine Stichprobe ist das nicht.
| Anbieter | Kategorie | Veröffentlichter Preis (netto) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Clockodo | Zeiterfassung | Basic 4 €, Pro 10 €, Pro Plus 12 € pro Nutzer und Monat | Pro und Pro Plus zeitweise rabattiert (8 € bzw. 10 €) für 12 Monate, danach regulärer Preis |
| Papershift | Zeiterfassung und Dienstplanung | Core 64 €, Premium 96 €, Professional 144 € pro Monat bei 16 Mitarbeitenden (rechnerisch 4 €, 6 € und 9 € je Person) | zzgl. 39 € Grundgebühr pro Monat, 10 % Rabatt bei Jahreszahlung |
| Factorial | All-in-One | ab 8 € pro Nutzer und Monat | Pakete und Module nur im individuellen Angebot |
| HRworks | All-in-One | keine Preise veröffentlicht | mindestens 20 Nutzer werden berechnet |
Zwei Muster fallen auf. Spezialtools für einen Prozess wie die Zeiterfassung beginnen im niedrigen einstelligen Bereich. All-in-One-Suiten veröffentlichen eher Einstiegspreise oder gar keine Preise und kalkulieren im Angebot nach Modulen und Unternehmensgröße.
Vier Preismodelle und was sie für kleine Betriebe bedeuten
Die meisten Anbieter nutzen eines von vier Modellen, oft auch eine Mischung.
| Modell | So wird gerechnet | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Preis pro Nutzer und Monat | der häufigste Fall, jeder Beschäftigte mit Zugang zählt | wer als Nutzer gilt |
| Pakete nach Mitarbeiterzahl | Festpreis je Größenstufe, etwa bei Papershift | Sprung in die nächste Stufe, wenn Sie wachsen |
| Grundgebühr plus Nutzerpreis | feste Monatsgebühr für Support oder Plattformbetrieb, dazu Lizenzen | Grundgebühr wiegt bei wenigen Nutzern schwer |
| Mindestabnahme | Mindestzahl berechneter Nutzer oder Mindestlaufzeit | Sie zahlen auch für Lizenzen, die niemand nutzt |
HRworks berechnet zum Beispiel mindestens 20 Nutzer und in den ersten sechs Monaten mindestens die beauftragte Lizenzzahl, egal wie viele Beschäftigte Sie tatsächlich haben.
Für kleine Betriebe sind Grundgebühren und Mindestnutzer besonders relevant. Bei 12 Beschäftigten und 20 berechneten Nutzern zahlen Sie effektiv für 8 Lizenzen, die niemand nutzt.
Welche Module den Preis treiben
Jedes zusätzliche Modul kostet extra. Typische Bausteine:
| Modul | Inhalt | Kostenhinweis |
|---|---|---|
| Kern-HR | Personalakte, Stammdaten, Abwesenheiten, Dokumente | Basis fast jeder Suite |
| Zeiterfassung | Kommen und Gehen, Pausen, Überstunden, Projektzeiten | bei Spezialtools ab 4 € pro Nutzer |
| Dienst- und Schichtplanung | Schichten, Besetzung, Tauschbörsen | oft eigenes Paket oder höhere Stufe |
| Recruiting | Stellenanzeigen, Bewerbermanagement, Kommunikation | häufig Add-on |
| Performance und Entwicklung | Zielvereinbarungen, Feedback, Mitarbeitergespräche | häufig Add-on |
| Lohnabrechnung | Entgeltabrechnung und Meldungen | eigenes Modul oder Schnittstelle zu Steuerberater oder Lohnbüro |
| Auswertungen und Schnittstellen | Reports, API, Single Sign-On | oft nur in höheren Paketen |
Bei Clockodo ist Single Sign-On zum Beispiel Teil des teuersten Tarifs. Viele IT-Abteilungen bestehen auf solchen Funktionen, und dann kostet plötzlich jede Lizenz den Preis des teuersten Tarifs.
Implementierung: 5.000 bis über 100.000 Euro je nach Größe
Die Implementierung zahlen Sie einmal, und sie fehlt in erstaunlich vielen Kalkulationen. Die HR-Software-Beratung CLEVIS Consult nennt als grobe Orientierung 5.000 bis 15.000 Euro für kleine Unternehmen, 15.000 bis 50.000 Euro für mittlere und 50.000 bis über 100.000 Euro für große. Das sind Richtwerte eines Beratungsunternehmens, keine Erhebung.
| Kleine Unternehmen | 5.000–15.000 € |
|---|---|
| Mittlere Unternehmen | 15.000–50.000 € |
| Große Unternehmen | 50.000–100.000 € |
Quelle: CLEVIS Consult (Richtwerte eines Beratungsunternehmens)
Bezahlt wird dabei vor allem Arbeit an vier Stellen. Zuerst die Einrichtung: Grundkonfiguration, Organisationsstruktur, Rollen und Rechte, Abwesenheitsarten, Arbeitszeitmodelle. Dann die Datenmigration, also Stammdaten, Urlaubskonten und Dokumente aus Tabellen oder dem Altsystem. Drittens die Anpassung, etwa Workflows, Vorlagen und Schnittstellen zur Lohnabrechnung, zur Zeiterfassungshardware oder zum Active Directory. Zuletzt die Schulung von HR, Führungskräften und Beschäftigten.
Manche Anbieter bündeln die Einführung in Support- oder Onboarding-Pakete. Papershift nennt zum Beispiel drei Supportstufen von 39 über 99 bis 399 Euro pro Monat, jeweils mit unterschiedlich intensivem Onboarding.
Dazu kommt Ihre eigene Projektzeit. Sie taucht auf keiner Rechnung auf, bindet aber HR, IT und Führungskräfte über Wochen.
Acht Kostenpositionen, die erst im Vertrag sichtbar werden
Was als „versteckte Kosten“ gilt, steht meist irgendwo im Vertrag. Es fällt nur erst auf, wenn die Rechnung nach einem Jahr steigt. Gehen Sie diese Punkte durch:
- Aktionspreise laufen oft nach 12 Monaten aus. Rechnen Sie mit dem regulären Preis.
- Grundgebühren für Support oder Plattform kommen jeden Monat dazu.
- Mindestnutzer und Mindestlaufzeit: Sie zahlen mehr Lizenzen, als Sie brauchen, oder kommen nicht aus dem Vertrag.
- Gibt es eine Funktion wie API-Zugang oder Single Sign-On nur im nächsthöheren Paket, gilt dieses Paket dann für alle Nutzer.
- Preisanpassungsklauseln erlauben jährliche Erhöhungen, oft ohne Obergrenze.
- Der Datenexport am Vertragsende kann Geld kosten, oder das Format passt nicht zum neuen System.
- Muss der Betriebsrat KI-Funktionen beurteilen, gilt die Hinzuziehung eines Sachverständigen nach § 80 Abs. 3 BetrVG als erforderlich. Die Kosten der Betriebsratstätigkeit trägt nach § 40 BetrVG der Arbeitgeber.
- HR-Software ersetzt nicht automatisch die Lohnabrechnung. Läuft sie weiter beim Steuerberater, fallen dessen Gebühren zusätzlich an, nach § 34 Abs. 2 StBVV 6 bis 30 Euro je Arbeitnehmer und Monat.
Beispielrechnung: 60 Beschäftigte über drei Jahre
Wie sich Lizenzen und Einführung über drei Jahre summieren, zeigt diese Modellrechnung mit Listenpreisen und den Orientierungswerten von oben. Annahmen: 60 Beschäftigte mit Zugang, ein All-in-One-System mit Kern-HR zum veröffentlichten Einstiegspreis von 8 Euro und ein separates Zeiterfassungstool für 4 bis 10 Euro pro Nutzer, keine Rabatte.
| Position | Rechnung | Betrag netto |
|---|---|---|
| Kern-HR, Lizenzen pro Jahr | 60 × 8 € × 12 | 5.760 € |
| Zeiterfassung, Lizenzen pro Jahr | 60 × 4–10 € × 12 | 2.880–7.200 € |
| Laufende Kosten pro Jahr | 8.640–12.960 € | |
| Laufende Kosten über drei Jahre | × 3 | 25.920–38.880 € |
| Implementierung einmalig | Orientierung für kleine Unternehmen | 5.000–15.000 € |
| Gesamtkosten über drei Jahre | ca. 30.900–53.900 € |
| laufende Kosten pro Jahr | 8.640–12.960 € |
|---|---|
| Implementierung einmalig | 5.000–15.000 € |
| Gesamtkosten über drei Jahre | ca. 30.900–53.900 € |
Quelle: Modellrechnung dieser Seite
Pro Beschäftigten und Monat entspricht das über drei Jahre rund 14 bis 25 Euro, also deutlich mehr als der beworbene Einstiegspreis. Nicht eingerechnet sind interne Projektzeit, Lohnabrechnung und mögliche Kosten für Zeiterfassungsterminals.
| Listenpreis je Modul | 4–12 € |
|---|---|
| Beispiel inkl. Einführung, 3 Jahre | 14–25 € |
Quelle: Listenpreise der Anbieter (02.10.2026), Modellrechnung dieser Seite
Bei kleiner Belegschaft fällt die Einführung stark ins Gewicht. Je nach Kombination macht die Implementierung im Beispiel zwischen gut einem Zehntel und mehr als einem Drittel der Dreijahreskosten aus. Wer die Software nach drei Jahren wieder wechselt, zahlt diesen Block ein zweites Mal, dazu kommen Migration und Schulung im neuen System. Wir würden HR-Software deshalb auf mindestens die Dauer kalkulieren, die Sie realistisch damit arbeiten wollen. Jedes zusätzliche Jahr verteilt die Einführung auf mehr Monate.
Zum Merken
Rechnen Sie HR-Software über die geplante Nutzungsdauer: Lizenzen zum regulären Preis plus Implementierung, geteilt durch Beschäftigte und Monate.
Fünf Punkte für die Preisverhandlung
Am Listenpreis selbst bewegt sich wenig. Bei Laufzeit, Mindestabnahme und Einführung ist mehr drin:
- Fordern Sie ein Angebot auf Basis Ihrer schriftlichen Anforderungsliste an, damit Sie vergleichbare Pakete bekommen.
- Lassen Sie den Preis für die gesamte Laufzeit festschreiben oder Erhöhungen deckeln.
- Verhandeln Sie Einführungsleistungen als Festpreis statt nach Aufwand.
- Vereinbaren Sie den kostenlosen Datenexport in einem gängigen Format bei Vertragsende.
- Starten Sie mit den Modulen, die Sie sofort brauchen, und sichern Sie sich Konditionen für spätere Erweiterungen.
Achten Sie beim Vertrag auch auf den Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Mit dem Preis hat er nichts zu tun. Ohne ihn dürfen Sie aber keine personenbezogenen Daten an den Anbieter geben.
Nächste Schritte
- Kategorien und Pflichten verstehen: HR-Software im Überblick
- Auswahlprozess planen: HR-Software auswählen im Mittelstand
- Betriebsrat einbinden: HR-Software mit Betriebsrat einführen
- Lohnabrechnung dazurechnen: Kosten für Payroll-Outsourcing
Häufige Fragen
Warum veröffentlichen viele Anbieter keine Preise?
Die Preise hängen von Mitarbeiterzahl, Modulen und Vertragslaufzeit ab und werden im Vertrieb verhandelt. Für Sie heißt das: Vergleichen Sie Angebote immer auf Basis derselben Anforderungsliste.
Zahle ich pro Mitarbeitenden oder pro Nutzer mit Login?
Das unterscheidet sich je nach Anbieter. Bei Self-Service-Systemen hat meist jeder Beschäftigte einen Zugang, dann sind beide Größen gleich. Prüfen Sie, ob ausgeschiedene oder ruhende Arbeitsverhältnisse mitzählen.
Sind Jahresverträge günstiger?
Häufig ja. Papershift gewährt bei jährlicher Zahlung 10 Prozent Rabatt. Dafür binden Sie sich länger, was bei einer Fehlentscheidung teuer werden kann.
Kostet die Schnittstelle zur Lohnabrechnung extra?
Das ist je nach Anbieter verschieden. Fragen Sie konkret nach dem Export zu Ihrem Lohnsystem oder Steuerberater und ob dafür ein höheres Paket nötig ist.
Kann ich HR-Software vorher testen?
Viele Anbieter bieten kostenlose Testphasen an, Clockodo etwa für alle Tarife. Testen Sie mit eigenen Fällen statt mit Demodaten.
Quellen
- Clockodo: Preise (abgerufen 02.10.2026)
- Papershift: Preise (abgerufen 02.10.2026)
- Factorial: Preise (abgerufen 02.10.2026)
- HR WORKS: Preise und Kosten (abgerufen 02.10.2026)
- CLEVIS Consult: Implementierungskosten bei HR-Software (abgerufen 02.10.2026)
- § 34 StBVV: Lohnbuchführung
- § 80 BetrVG: Allgemeine Aufgaben (Sachverständige bei KI)
- § 40 BetrVG: Kosten und Sachaufwand des Betriebsrats
- DSGVO (Verordnung (EU) 2016/679), EUR-Lex
So zitieren Sie diesen Beitrag
Max Braunleder (2026): HR-Software Kosten 2026: Preise pro Mitarbeiter und Monat. peoplepleaser, Stand 05. Oktober 2026. https://peoplepleaser.io/hr-software/kosten/