Kosten · Weiterbildung & Leadership

Was kostet Führungskräfteentwicklung? Tagessätze und Budgets 2026

Von Max Braunleder · Aktualisiert am

Quelle: BDVT-Honorarempfehlung 2026

950 bis 3.300 Euro netto setzt der Trainerverband BDVT in seiner Honorarempfehlung 2026 als Untergrenze für einen externen Trainertag an. Was Führungskräfteentwicklung insgesamt kostet, hängt vor allem vom Format ab: Ein offenes Seminar bezahlen Sie pro Kopf, ein Inhouse-Training pro Trainertag. Ein mehrmonatiges Programm besteht aus Trainertagen, Konzeption, Coaching-Anteilen und Transferbausteinen, die einzeln kalkuliert werden.

Eine amtliche Preisstatistik für Trainings gibt es nicht. Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus drei Quellen: der Honorarempfehlung des Trainerverbands BDVT (Anbietersicht), einer Preisstichprobe auf einem Seminarportal und der IW-Weiterbildungserhebung (Unternehmenssicht). Wir kennzeichnen jeweils, woher eine Zahl kommt.

Trainer-Tagessätze: ab 950 bis 3.300 Euro nach BDVT

Der BDVT empfiehlt für 2026 Tagessätze ab 950 bis 3.300 Euro netto. Die Spanne hängt von zwei Dingen ab: der Erfahrung des Trainers und davon, ob er ein Standardtraining durchführt oder ein Konzept eigens für Sie entwickelt.

GrafikTrainertag nach Erfahrungsstufe laut BDVT 2026Empfohlene Untergrenzen netto, je nach Leistung
Trainertag nach Erfahrungsstufe laut BDVT 2026
Starter950–1.500 €
Professionals1.200–2.000 €
Senior-Professionals2.600–3.300 €

Quelle: BDVT-Honorarempfehlung 2026

Leistung (Tagessatz, netto)StarterProfessionalsSenior-Professionals
Training ohne eigene Akquise und Konzeptionab 950 €ab 1.200 €keine Angabe
Training mit Standardinhalten oder großem Projektvolumenab 1.200 €ab 1.500 €ab 2.600 €
Training mit eigens entwickelten Inhalten oder Wirkungsnachweisab 1.500 €ab 2.000 €ab 3.300 €
Konzeption, Vor- und Nacharbeitab 1.500 €ab 2.000 €ab 3.300 €

Quelle: BDVT-Honorarempfehlung 2026. Es handelt sich um empfohlene Untergrenzen eines Berufsverbands, nicht um gemessene Durchschnittspreise. Hinzu kommen laut BDVT Mehrwertsteuer, Spesen, Anreise und Anreisezeit, Raum, Verpflegung und Dokumentation.

Für Live-Online-Trainings empfiehlt der Verband dieselben Sätze und rechnet drei Sessions à 90 Minuten als einen Tagessatz. Online ist pro Trainerstunde also nicht automatisch billiger. Sie sparen vor allem Reise- und Raumkosten.

Offene Führungsseminare: rund 1.000 bis 2.400 Euro pro Person

Zweitägige offene Seminare für Führungskräfte kosten auf dem Portal Semigator in einer Stichprobe vom Oktober 2026 zwischen rund 1.000 und 1.900 Euro pro Person inklusive Mehrwertsteuer, dreitägige bis etwa 2.400 Euro. Hotel und Anreise sind darin meist nicht enthalten.

Offene Seminare lohnen sich, wenn einzelne Führungskräfte ein klar umrissenes Thema brauchen, etwa Arbeitsrecht oder Gesprächsführung. Dazu kommt der Austausch mit Leuten aus anderen Unternehmen. Der Haken: Ihre Führungsleitlinien und Ihre konkreten Fälle kennt dort niemand. Wie das Gelernte im Alltag ankommt, bleibt der einzelnen Führungskraft überlassen.

Inhouse oder offen: ab vier Teilnehmenden gleich teuer

Rechnerisch lohnt sich Inhouse schon bei kleinen Gruppen, sofern alle dasselbe Lernziel haben. Zwei Trainertage und ein Konzeptionstag kosten nach BDVT-Untergrenze für Professionals 6.000 Euro netto. Das entspricht den Gebühren von vier Personen in einem offenen Zweitagesseminar zu rund 1.500 Euro netto. Ab dann zahlen Sie Tagessätze statt Teilnahmegebühren, und der Trainer arbeitet mit Ihren Fällen.

FormatAbrechnungTypische KostentreiberPasst, wenn …
Offenes Seminarpro Person und SeminarTeilnahmegebühr, Reise, HotelEinzelpersonen, Spezialthemen
Inhouse-Trainingpro TrainertagTagessatz, Konzeption, RaumGruppe mit gleichem Lernziel
Führungskräfteprogramm (mehrere Module über Monate)Paket oder Summe der BausteineKonzeption, Trainertage, Coaching, Transferbausteine, DiagnostikKulturwandel, neue Führungsebene, Nachfolge
Einzelcoachingpro Stunde oder PaketStundensatz, Sitzungszahlindividuelle Anliegen, Top-Management

Die Zahlen zum Einzelcoaching finden Sie auf der Seite zu den Kosten für Business Coaching.

Mehrmonatiges Programm: sieben Bausteine, die ins Angebot gehören

Für mehrmonatige Inhouse-Programme gibt es keine belastbare öffentliche Preisstatistik. Seriös lässt sich nur der Rechenweg zeigen. Ein Programm setzt sich aus Bausteinen zusammen, die Sie im Angebot einzeln sehen sollten:

  1. Bedarfsanalyse und Konzeption (Trainertage für Interviews, Workshop mit HR und Geschäftsführung)
  2. Präsenz- oder Online-Module (Trainertage, eventuell mit Co-Trainer)
  3. Transferbausteine zwischen den Modulen (Peer-Gruppen, kurze Online-Sessions, Praxisaufgaben)
  4. Einzel- oder Gruppencoaching (Stunden oder Pakete)
  5. Diagnostik, etwa 360-Grad-Feedback (Lizenz- oder Pauschalkosten)
  6. Evaluation (Befragungen, Auswertung, Abschlussgespräch)
  7. Nebenkosten: Raum, Verpflegung, Reise, Material, Mehrwertsteuer

Fragen Sie bei Paketpreisen nach dieser Aufschlüsselung. Nur so können Sie Angebote vergleichen und Bausteine streichen, die Sie intern selbst leisten können.

Beispielrechnung: Inhouse-Programm für zwölf Führungskräfte

Die folgende Rechnung ist ein Rechenbeispiel, kein Marktpreis. Die Tagessätze stammen aus der BDVT-Empfehlung für Professionals mit eigens entwickelten Inhalten (ab 2.000 Euro). Alle anderen Werte sind Annahmen, die Sie durch Ihre eigenen ersetzen sollten.

BausteinMengeAnsatzSumme netto
Konzeption und Bedarfsanalyse2 Tage2.000 € (BDVT, Untergrenze)4.000 €
Präsenzmodule (3 × 2 Tage)6 Tage2.000 € (BDVT, Untergrenze)12.000 €
Online-Transfersessions6 × 90 Min. = 2 Tagessätze2.000 € (BDVT-Formel)4.000 €
Raum und Verpflegung6 Tage × 13 PersonenAnnahme: 70 € pro Person und Tag5.460 €
Reisekosten Trainer3 AnreisenAnnahme: 400 € je Anreise1.200 €
Direkte Kosten26.660 €
GrafikBeispiel: Inhouse-Programm für zwölf Führungskräfte
Beispiel: Inhouse-Programm für zwölf Führungskräfte
direkte Kosten netto26.660 €
Arbeitszeit der Teilnehmendenetwa 34.200 €
zum Vergleich: offene Seminare inkl. MwSt.rund 64.800 €

Quelle: Modellrechnung dieser Seite

Dazu kommt die Arbeitszeit der zwölf Teilnehmenden: sechs Präsenztage plus sechs Online-Sessions. Bei angenommenen 50 Euro Arbeitgeberkosten pro Stunde und rund 57 Stunden pro Person sind das etwa 34.200 Euro. Die indirekten Kosten liegen in diesem Beispiel über der Rechnung des Anbieters. Unsere Lesart: Wer nur Angebote vergleicht, sieht ungefähr die Hälfte dessen, was eine Weiterbildung tatsächlich kostet.

Das deckt sich mit der Größenordnung, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) misst: Von den 1.347 Euro, die Unternehmen 2022 im Schnitt pro Beschäftigtem in Weiterbildung investierten, waren 708 Euro direkte Kosten und 639 Euro indirekte Kosten, vor allem bezahlte Arbeitszeit. Hochgerechnet auf die Wirtschaft sind das 46,4 Milliarden Euro, davon 24,4 Milliarden direkte Kosten.

GrafikWeiterbildung pro Beschäftigtem: fast die Hälfte ist Arbeitszeit1.347 € im Schnitt pro Beschäftigtem und Jahr (2022)
Weiterbildung pro Beschäftigtem: fast die Hälfte ist Arbeitszeit
Direkte Kosten708 €
Indirekte Kosten639 €

Quelle: IW-Weiterbildungserhebung 2023

Zum Vergleich: Drei offene Zweitagesseminare für dieselben zwölf Personen kosten bei 1.800 Euro je Seminar rund 64.800 Euro inklusive Mehrwertsteuer, ohne Reise und Hotel, und ohne gemeinsamen Bezug auf Ihr Unternehmen.

Zum Merken

Ab vier Teilnehmenden mit gleichem Lernziel lohnt der Preisvergleich zwischen offenem Seminar und Inhouse-Training auf Basis von Trainertagen.

Förderung 2026: § 82 SGB III greift erst ab 120 Stunden

Die Bundesagentur für Arbeit fördert Weiterbildung Beschäftigter nach § 82 SGB III (bekannt als Qualifizierungschancengesetz). Für typische Führungstrainings kommt sie selten in Frage. Die Hürden sind hoch.

Voraussetzungen nach § 82 Abs. 1 SGB III:

BetriebsgrößeArbeitgeberanteil an LehrgangskostenZuschuss zum Arbeitsentgelt
unter 50 Beschäftigtein der Regel keinerbis 75 %
50 bis 499 Beschäftigte50 %bis 50 %
ab 500 Beschäftigte75 %bis 25 %

Quelle: § 82 Abs. 2 und 3 SGB III. In Betrieben unter 500 Beschäftigten entfällt der Arbeitgeberanteil für Beschäftigte ab 45 Jahren und für schwerbehinderte Menschen. Mit einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag zur Weiterbildung sinkt der Arbeitgeberanteil um fünf Prozentpunkte, der Entgeltzuschuss kann um fünf Punkte steigen (§ 82 Abs. 4).

Daneben gibt es das Qualifizierungsgeld nach § 82a SGB III. Es setzt strukturwandelbedingten Qualifizierungsbedarf bei mindestens 20 Prozent der Belegschaft voraus (in Betrieben unter 250 Beschäftigten 10 Prozent) sowie eine Betriebsvereinbarung oder einen Tarifvertrag. Für klassische Führungskräfteentwicklung ist es nicht gedacht.

Verbindliche Auskünfte gibt laut BA der Arbeitgeber-Service vor Ort. Fragen Sie dort vor Vertragsschluss nach.

Steuern: Betriebsausgabe, meist kein Arbeitslohn

Für das Unternehmen sind Weiterbildungskosten Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 4 EStG). Für die Beschäftigten entsteht in der Regel kein steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Ein Führungsprogramm für Ihre Führungskräfte ist damit steuerlich unproblematisch. Eine Reise mit wenig Seminaranteil, die als Anerkennung für gute Leistung vergeben wird, kann dagegen Arbeitslohn sein. Im Zweifel klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung.

Nächste Schritte

  1. Legen Sie fest, wie viele Personen mit welchem gemeinsamen Ziel teilnehmen. Daraus folgt das Format.
  2. Rechnen Sie die Arbeitszeit der Teilnehmenden mit ein, bevor Sie Angebote vergleichen.
  3. Verlangen Sie von Anbietern eine Aufschlüsselung nach Trainertagen, Konzeption und Nebenkosten.
  4. Prüfen Sie Förderung nur, wenn die Maßnahme deutlich über 120 Stunden liegt und der Träger zugelassen ist.
  5. Planen Sie die Erfolgsmessung von Anfang an mit. Wie das geht, beschreibt unser Leitfaden zum Weiterbildungserfolg und Transfer.

Wie Sie Anbieter strukturiert vergleichen, steht im Ratgeber Anbieter für Führungskräfteentwicklung auswählen. Einen Überblick über Formate und Anbietertypen gibt die Seite Weiterbildung und Leadership. Wenn Sie direkt Angebote einholen möchten, nutzen Sie die Anbietersuche.

Als Nächstes Vorgehen und Kriterien, mit denen Sie Anbieter für Führungskräfteentwicklung vergleichen

Häufige Fragen

Ist ein Inhouse-Training günstiger als offene Seminare?

Rechnerisch oft schon ab vier bis fünf Personen, weil Sie Tagessätze statt Teilnahmegebühren zahlen. Voraussetzung ist ein gemeinsames Lernziel; bei Einzelpersonen oder sehr unterschiedlichen Themen bleibt das offene Seminar günstiger.

Fördert die Arbeitsagentur Führungstrainings?

Nur, wenn die Maßnahme mehr als 120 Stunden umfasst und Träger und Maßnahme für die Förderung zugelassen sind. Kurze Führungsseminare erfüllen das nicht, Inhouse-Programme nur, wenn Stundenzahl und Zulassung des Trägers stimmen.

Muss der Mitarbeiter eine vom Arbeitgeber bezahlte Weiterbildung versteuern?

In der Regel nicht. Liegt die Maßnahme im ganz überwiegend betrieblichen Interesse oder dient sie der Beschäftigungsfähigkeit, ist sie kein steuerpflichtiger Arbeitslohn. Kritisch wird es, wenn die Weiterbildung Belohnungscharakter hat.

Welche Kosten vergessen Unternehmen bei der Kalkulation am häufigsten?

Die Arbeitszeit der Teilnehmenden. Sie macht in der IW-Erhebung fast die Hälfte der gesamten Weiterbildungskosten aus, taucht aber in keinem Angebot auf.

Sind die BDVT-Sätze verbindliche Marktpreise?

Nein. Es sind Untergrenzen, die der Verband seinen Mitgliedern empfiehlt. Tatsächliche Angebote können darunter oder deutlich darüber liegen.

Quellen

  1. BDVT: Honorarempfehlung 2026 für Training, Beratung und Coaching
  2. IW-Weiterbildungserhebung 2023: Investitionsvolumen auf Höchststand
  3. IW-Trends 2/2024: IW-Weiterbildungserhebung 2023 (Volltext)
  4. Semigator: Führungskräfte-Seminare im Vergleich (Preisstichprobe Oktober 2026)
  5. § 82 SGB III: Förderung beschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  6. § 82a SGB III: Qualifizierungsgeld
  7. Bundesagentur für Arbeit: Förderung der Weiterbildung Beschäftigter
  8. § 3 EStG (Nr. 19: Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers)
  9. R 19.7 LStR: Berufliche Fort- oder Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers (Haufe)
  10. § 4 EStG: Gewinnbegriff, Betriebsausgaben
So zitieren Sie diesen Beitrag

Max Braunleder (2026): Was kostet Führungskräfteentwicklung? Tagessätze und Budgets 2026. peoplepleaser, Stand 05. Oktober 2026. https://peoplepleaser.io/weiterbildung/kosten/

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Max Braunleder

Herausgeber von peoplepleaser

Wirtschaftspsychologe und BDVT-zertifizierter Trainer. Arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von People, Führung und Wachstum.

Interessenkonflikt: Max Braunleder arbeitet für die TAM Akademie, einen Anbieter in der Kategorie Weiterbildung & Leadership. Die TAM Akademie wird auf peoplepleaser nicht bevorzugt.