Öffentlich genannte Budgets für Employer Branding reichen laut Anbieterangaben von rund 5.000 Euro für ein Einstiegsprojekt im Mittelstand bis über 100.000 Euro im Jahr bei Konzernen. Wofür sich das Geld lohnt, hängt davon ab, was an Ihrem Bild als Arbeitgeber tatsächlich fehlt.
Employer Branding bezeichnet alles, was ein Unternehmen tut, um als Arbeitgeber wahrgenommen und gewählt zu werden. Im Kern ist es ein Versprechen an Bewerbende und Beschäftigte. Es muss stimmen, und der Alltag muss es bestätigen. Logo und Bildsprache kommen erst ganz am Ende.
Konkrete Budgets und Beispielrechnungen finden Sie auf der Seite Was kostet Employer Branding?.
Die vier Phasen eines Employer-Branding-Projekts
Ein vollständiges Projekt läuft in vier Phasen. Agenturen verkaufen sie einzeln oder als Paket.
| 1. Analyse | Ist-Bild der Arbeitgebermarke |
|---|---|
| 2. Positionierung | EVP, Arbeitgeberversprechen und Tonalität |
| 3. Umsetzung | Karriereseite, Anzeigen, Fotos, Stimmen |
| 4. Aktivierung | Kampagnen für Reichweite und Bewerbungen |
| Phase | Inhalt | Ergebnis |
|---|---|---|
| Analyse | Mitarbeiterbefragung, Interviews, Auswertung von Bewertungsportalen, Wettbewerbsvergleich, Recruiting-Kennzahlen | Ist-Bild der Arbeitgebermarke |
| Positionierung | Employer Value Proposition (EVP), Zielgruppen, Kernbotschaften | Arbeitgeberversprechen und Tonalität |
| Umsetzung | Karriereseite, Stellenanzeigen, Fotos, Videos, Mitarbeiterstimmen | sichtbare Arbeitgebermarke |
| Aktivierung | Kampagnen auf Social Media und Jobbörsen, Recruiting-Events, interne Kommunikation | Reichweite und Bewerbungen |
Auf die Employer Value Proposition, kurz EVP, baut alles Weitere auf. Sie beschreibt, was Mitarbeitende bei Ihnen konkret bekommen, von der Arbeitsweise über Entwicklung und Vergütung bis zur Kultur. Eine gute EVP lässt sich mit Beispielen belegen. Eine schwache besteht aus Begriffen, die jedes Unternehmen für sich beansprucht.
Was Studien zur Arbeitgeberwahl zeigen: gründliche Recherche, schneller Abbruch
Bewerbende recherchieren gründlich. Und sie steigen aus, sobald Erwartung und Wirklichkeit auseinanderfallen.
| nutzen Bewertungsportale | 73,6 % |
|---|---|
| bewerben sich bei Widersprüchen nicht | 54 % |
| erhielten keine Rückmeldung | 54 % |
| brachen mind. eine Bewerbung ab | 44 % |
Quelle: Trendence 2021, Stepstone 2025
Im Universum Student Survey 2025 wurden 23.607 Studierende an 236 Hochschulen befragt. Vorn lagen „Respekt für die Mitarbeitenden“ (59 Prozent) und „Wohlbefinden der Mitarbeitenden“ (51 Prozent).
Bewertungsportale gehören zur Suche dazu. In einer Trendence-Befragung von 1.647 Personen aus dem Jahr 2021 nutzten 73,6 Prozent der Jobsuchenden Arbeitgeberbewertungsportale. 54 Prozent gaben an, sich nicht zu bewerben, wenn Selbstdarstellung und Bewertungen nicht zusammenpassen.
Auch der Bewerbungsprozess prägt das Bild. Laut einer Stepstone-Befragung von 4.023 Erwerbspersonen (Juni/Juli 2025) brachen 44 Prozent mindestens einen Bewerbungsprozess ab, und 54 Prozent erhielten nach einer Bewerbung keine Rückmeldung.
Eine Kampagne, die mehr verspricht, als der Alltag hält, kann also schaden. Wir würden deshalb jedes Employer-Branding-Projekt mit der Frage beginnen, was an der eigenen Darstellung heute schon stimmt und was nicht.
Fünf Aufgaben, die Sie intern selbst erledigen können
Mit vielem, was Agenturen anbieten, können Sie selbst anfangen. Das spart Geld, und das Wissen bleibt im Haus.
- Lesen Sie Ihre Bewertungen auf Arbeitgeberportalen und sortieren Sie die Kritik nach Themen. Werten Sie die Austrittsgespräche der letzten zwei Jahre aus.
- Fragen Sie alle, die in den letzten zwölf Monaten angefangen haben, warum sie sich für Sie entschieden haben und was sie überrascht hat.
- Bewerben Sie sich testweise auf eine eigene Stelle, am besten vom Smartphone. Messen Sie, wie lange die erste Rückmeldung dauert.
- Überarbeiten Sie Ihre Stellenanzeigen. Statt allgemeiner Formulierungen gehören konkrete Angaben zu Aufgaben, Team, Arbeitszeit und, wenn möglich, Gehaltsspanne hinein.
- Legen Sie fest, wer auf Bewertungen antwortet und in welchem Ton.
Eine Agentur lohnt sich vor allem für die Methodik bei der Positionierung, für professionelle Kreation und für die Steuerung bezahlter Kampagnen. Haben Sie die Bestandsaufnahme schon erledigt, zahlen Sie weniger Stunden für Analyse.
Fünf Arten von Anbietern und wofür sie passen
Der Markt ist unübersichtlich, verlässliche Zahlen zu Größe und Umsatz gibt es nicht. Eine grobe Einteilung hilft trotzdem.
| Anbietertyp | Stärke |
|---|---|
| Spezialisierte Employer-Branding-Agenturen | arbeiten nur an Arbeitgebermarken, oft mit eigener Methodik für Analyse und EVP |
| Werbe- und Markenagenturen mit HR-Bereich | stark in Kreation und Kampagnen, unterschiedlich tief in HR-Themen |
| Recruiting-Marketing-Agenturen | konzentrieren sich auf Stellenanzeigen, Social-Media-Recruiting und Bewerberzahlen |
| Freie Berater, Fotografen und Videoproduktionen | für einzelne Bausteine, oft günstiger und flexibler |
| HR-Beratungen | setzen bei Kultur, Führung und Mitarbeiterbindung an, weniger bei Kreation |
Welche Gruppe passt, hängt davon ab, ob Ihr Problem fehlende Sichtbarkeit, ein unklares Profil oder ein schwacher Bewerbungsprozess ist. Wenn Sie vor allem kurzfristig Stellen besetzen müssen, kann eine Personalvermittlung schneller wirken als ein Markenprojekt.
Was Employer Branding ungefähr kostet: Spannen aus Anbieterangaben
Für Employer Branding gibt es keine Verbandsstatistik zu Honoraren. Öffentlich verfügbar sind Spannen aus Anbieterratgebern. Ein Agenturratgeber nennt für einen Einstieg im Mittelstand mit Arbeitgeberversprechen, Karriereseite und erster Kampagne 5.000 bis 20.000 Euro einmalig, für eine laufende Vollstrategie 30.000 bis 80.000 Euro pro Jahr. Ein anderer Anbieter nennt für Konzerne ab 100.000 Euro jährlich. Allgemeine Agentur-Stundensätze liegen laut AgenturFinder bei 60 bis 200 Euro.
Mediabudgets für Anzeigen auf Social Media oder Jobbörsen sind in solchen Honoraren meist nicht enthalten. Die Details erklärt die Kostenseite zu Employer Branding.
Wie Sie eine Agentur auswählen: fünf Prüffragen
Kreativpreise sagen wenig. Fragen Sie nach Methode und Messbarkeit.
- Beginnt die Agentur mit einer Analyse, oder legt sie direkt Entwürfe vor?
- Wie beteiligt sie Mitarbeitende, etwa durch Befragungen oder Workshops?
- Kann sie Arbeitsproben mit Kennzahlen zeigen, etwa Bewerbungen pro Stelle vor und nach dem Projekt?
- Wer arbeitet konkret an Ihrem Projekt, und wie viele Stunden sind dafür eingeplant?
- Sind Mediabudget, Fotorechte und Nutzungsrechte im Angebot geregelt?
Mit einem guten Briefing sparen Sie Abstimmungsschleifen und damit Geld. Wie Sie es aufbauen, zeigt der Ratgeber Employer-Branding-Agentur briefen und steuern. Woran Sie den Erfolg messen, erklärt Arbeitgebermarke messen: KPIs.
Zum Merken
Prüfen Sie vor jeder Kampagne Bewertungsportale, Austrittsgespräche und Ihren eigenen Bewerbungsprozess, damit das Versprechen dem Alltag standhält.
Nächste Schritte
- Sammeln Sie Ihre Recruiting-Kennzahlen der letzten zwölf Monate als Ausgangspunkt.
- Lesen Sie Ihre Bewertungen auf Arbeitgeberportalen und notieren Sie wiederkehrende Themen.
- Legen Sie fest, ob Sie ein Komplettprojekt oder einzelne Bausteine brauchen.
- Fragen Sie zwei bis drei Agenturen mit demselben Briefing an.
Agenturen können Sie über Anbieter finden anfragen.
Als Nächstes Budgets für Einstieg, Vollstrategie und Kampagnen, mit Beispielrechnungen und MediakostenBest Practices: Employer Branding
Recht: was sich für Employer Branding ändert
Häufige Fragen
Was ist eine Employer Value Proposition?
Die Employer Value Proposition, kurz EVP, ist das Arbeitgeberversprechen: was Beschäftigte bei Ihnen konkret bekommen und erwarten können. Sie wird aus Befragungen und Interviews abgeleitet und ist die Grundlage für alle Texte und Kampagnen.
Brauche ich für Employer Branding eine Agentur?
Nicht zwingend. Die Grundlagen können Sie intern erarbeiten und Agenturen nur für Kreation, Fotos, Video oder Kampagnensteuerung dazuholen. Für das ganze Projekt lohnt sich eine Agentur vor allem, wenn intern Zeit oder Erfahrung mit Markenarbeit fehlt.
Wie lange dauert ein Employer-Branding-Projekt?
Für Analyse und Positionierung sollten Sie mehrere Monate einplanen, weil Befragungen, Workshops und Abstimmungen mit Führung und Betriebsrat Zeit brauchen. Kampagnen und Pflege der Arbeitgebermarke laufen danach dauerhaft.
Welche Rolle spielen Bewertungsportale wie kununu?
Eine wichtige. In einer Trendence-Befragung von 2021 gaben 73,6 Prozent der Jobsuchenden an, Arbeitgeberbewertungsportale zu nutzen. Legen Sie deshalb fest, wer bei Ihnen auf Bewertungen antwortet und in welchem Ton.
Woran erkenne ich eine gute Employer-Branding-Agentur?
An Arbeitsproben mit nachvollziehbaren Ergebnissen, an einer Analysephase vor der Kreation und daran, dass sie nach Ihren Recruiting-Kennzahlen fragt. Agenturen, die direkt mit Slogans und Bildwelten starten, überspringen den wichtigsten Teil.
Quellen
- Universum: Deutschlands attraktivste Arbeitgeber 2025 (Studierende)
- Personalwirtschaft: Mitarbeiterbewertungen als Prüfsiegel (Trendence-Studie, 03.02.2022)
- Stepstone-Befragung: Nur jede siebte Bewerbung führt zum Jobinterview (06.10.2025)
- Fachpower: Agentur Employer Branding – Kosten, Auswahl und Ablauf (04.08.2026, Anbieterangaben)
- EGYM Wellpass: Employer-Branding-Agenturen im Vergleich 2026 (09.07.2026, Anbieterangaben)
- AgenturFinder: Werbeagentur Preise 2026
So zitieren Sie diesen Beitrag
Max Braunleder (2026): Employer Branding: Leistungen, Agenturen und Kosten im Überblick. peoplepleaser, Stand 05. Oktober 2026. https://peoplepleaser.io/employer-branding/